Nein zur Sondermülldeponie in Baerl!

Zum wiederholten Mal wird der Anlauf unternommen, auf der Stadtgrenze zwischen Baerl und Moers eine Sondermülldeponie der Gefahrstoffklasse DK1 auf dem Gelände der bereits existierenden Bergehalde Lohmanns Heide zu errichten. Zur Einordnung: Dies ist die Halde neben der Halde mit Geleucht (Halde Rheinpreussen).

Bergehalde Lohmanns Heide (Quelle: Openstreetmap.de)

Zugegeben ist die Gefahrstoffgruppe DK1 die niedrigste Kategorie, aber unsere Ablehnung betrifft vor allem den gefährlichen Untergrund unter der Halde, der unser Grundwasser bedroht. Zusätzlich drohen die vom Kampfmittelräumdienst vermuteten Blindgänger bei der zu erwartenden Auflast von 125 t / m2 die wichtige Basisabdichtung der bereits existierenden Bergehalde zu zerstören.

Der Haldenuntergrund besteht zu einem großen Teil aus einem verfüllten Kiesbaggersee, der von 1926 bis 1970 in Betrieb war. Schon seit 1941 wurde parallel zu Auskiesung rückverfüllt mit nicht unbedenklicher Hochofenschlacke, Schamottbruch, Schienenschotter und Waschbergen. Diese Verfüllungen waren jedoch genehmigt. Besonders gefährlich sind die nicht aktenkundigen Verfüllungen, deren Zusammensetzung nicht bekannt ist. Im Jahr 1938 wurde zur Versorgung der Wehrmacht eine Kohleverflüssigungsanlage zur Benzinherstellung aus Kohle mit dem Fischer-Tropschverfahren in unmittelbarer Nachbarschaft des Baggersees eröffnet. Allein im Kriegsjahr 1941 wurden 100 Mio. Liter Kohlenwasserstoffe produziert. Dieses kriegsnotwendige Ziel wurde von den alliierten Bomberstaffeln massiv angegriffen. Allein am 8.11.1944 wurden von den britischen Lancaster-Bombern 732 Tonnen Sprengstoff über dem Gebiet abgeworfen. Nach uns vorliegenden Unterlagen der britischen Luftwaffe begannen die Bombardierungen bereits im Juli 1944. Der mehrmalige Wiederaufbau war natürlich mit der Beseitigung der benzolverseuchten Trümmer verbunden, die mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit über die angrenzende Römerstraße in die benachbarte Deponie erfolgte. Gleiches gilt für die Aufräumarbeiten in den Wirren der unmittelbaren Nachkriegsjahre. Hinzu kommen illegale Abladungen bis in die 1960er Jahre. Dieses hochgradig verseuchte Material liegt unter der Bergehalde und wird durch die – laut Antrag – geplante Auflast von 125 t / m2 tiefer in den Untergrund gedrückt. Die vom Kampfmittelräumdienst in Krefeld zahlreich vermuteten nicht entschärften Blindgänger können bei solcher Auflast weiteren Schaden anrichten, nicht zuletzt die vorgeschriebene Basisabdichtung der Bergehalde beschädigen. Vor wenigen Wochen wurde erst eine 10 Zentner Bombe an der Gutenbergstrasse entschärft. Von unserer Stadtverwaltung hört man nichts. Beim vorausgegangenen Scooping-Termin hatten die Duisburger nur ein bisschen am Verkehrsaufkommen zu mäkeln.

Wehren Sie sich!

Gehen Sie auf das Portal www.duisburg.de zum Amtsblatt Nr.43 2020, gut versteckt weit am Ende auf Seite 16. Dort können Sie Einblick nehmen in den 9 (neun) ELBA-Ordnern dicken Antrag unter: http://www.brd.nrw.de/Offenlagen/Lohmannsheide/index.html Hier finden Sie auch die Modalitäten des Widerspruchs.

Oder folgen Sie uns über diese Webseite oder unter Tel. 0157 3549 3864.

Die CDU unterstützt Sie!

Widerspruchsformalitäten zur Verhinderung der DK1 Deponie Lohmannsheide und eine Argumentationshilfe für Ihren Widerspruch finden Sie hier: https://cdu-duisburg-baerl.de/unterstuetzung-zum-widerspruch/